Geschichte der Polaroid kamera

Die klassische Polaroid Kamera auch auch Sofortbildkamera steht für das Ausdrucken von Fotos und zwar direkt nach dem „Schießen“.  Schon damals war die Polaroid Kamera ein Hingucker. Heutzutage sind die Sofortbildkameras zur Rarität mutiert aber überall wo sie auftauchen, sorgen sie für Spaß und Stimmung. Sogar in professionellen Fotostudios kommt die Polaroid Kameras zum Einsatz auch wenn sie eher für Testzwecke genutzt wird. Wir möchten hier einen kleinen Einblick in die lange Geschichte der klassischen Polaroid wagen. Die Geschichte der Polaroid begann im Jahr 1948.

 

Von einer Idee zu Produkt

Wie so häufig beginnt die Geschichte mit der Forderung eines Kindes. In diesem Fall der Tochter von Dr. Edwin H. Land, die in den Ferien, für ihre Begriffe zu lange auf Fotos warten musste. Sie fragte ihren Vater, warum sie ihre Fotos erst entwickeln lassen muss und sie diese nicht sofort bekommen könne. Wie so oft verstanden die Banke bzw. Kreditgeber diese Idee nicht und Dr. Land machte sich an die Arbeit. Damit wurde Edwin H. Land zu einer Persönlichkeit, die die Fotografie im 20. Jahrhundert nachhaltig verändert hat.
Nach einigen Turbulenzen wurde im November 1948, die erste Polaroid Kamera in Boston verkauft. Die Kamera warb mit dem Spruch „See it, snap it“ und wurde für ca. 90 Dollar verkauft. Natürlich konnte die erste Sofortbildkamera nicht mit den heutigen Polaroids mithalten und lieferte nur Schwarz-Weiss Bilder. Das Verfahren zur Herstellung wurde von Dr. Edith Weyde erfunden. Sie patentierte im Jahr 1941 das sogenannte Copyrapid Verfahren, das ursprünglich bei Bürokopierern eingesetzt wurde. Sie entwickelte ein Verfahren in dem im Resultat das Negativ und Positiv von der Hand getrennt werden.
Somit war es nur noch ein Katzensprung zur Entwicklung der ersten „schnellen“ Polaroid Kamera. Die Firma Polaroid entwickelte im Jahr 1963 einen Farbfilm, der es möglich machte innerhalb weniger 40-90 Sekunden einen Farbfoto in der Hand zu halten. Somit war Polaroid ein Pionier in der Geschichte der Sofortbildkamera und schaffte es sich 1966, im Massenmarkt zu etablieren.

Polaroid schläft nicht

Allerdings hörte Polaroid nicht auf zu forschen und versuchte mit neuen Innovationen den Markt zu erobern. Im Jahre 1972 folgte nach einer sieben-jährigen Forschungszeit ein neues Verfahren, das Monoblatt-Verfahren. Der Vorteil dieses Verfahrens war, dass man nicht mehr mühselig das Negativ vom Positiv trennen muss, sondern das Bild sich nach dem drucken selbst entwickelt.Gerüchten zufolge hat Polaroid für dieses Verfahren  500millionen Dollar investiert (Darunter fällt der Aufbau von 5 Fabriken).
Als Ergebnis entstand die erste klappbare Kamera, die SX-70. Diese SX-70 war einer der ersten faltbaren Sofortbildkameras, in kleinem Format. Die Polaroid wurde sehr stark beworben (unter anderem Marlene Dietrich, Andy Warhol und der Sultan von Oma) und wurde somit zum vollen Erfolg.
Zum Vorteil der der SX-70 gehörten unter anderem die die schnelle Entwicklungszeit und die bessere und detaillierte Darstellungen der Farbe. im Jahr 1981 wurde dann zusätzlich der Time-Zero Supercolor Film erfunden und die dazugehörige „image“ Poalroid Kamera. Diese Polaroid Kamera beeindruckte durch optische und akustische Signale und anstatt quadratischen wurden nun rechteckige Bilder gedruckt.

Misserfolge und Flops

Die Sofortdia und der Sofortschmalfilm gehörten zu den größten Flops der Fotografie Geschichte. Im Jahr 1978 wurden Sie mit viel Aufmerksamkeit auf der Photokina vorgestellt. Mit diesen Filmen sollte es möglich sein, innerhalb von 90 Minuten Entwicklungszeit, projektionsfähige Bilder zu produzieren.
Allerdings wurden die Zeichen der Zeit übersehen und die Videokamera und damit auch Videokameras, erhielten Einzug in die Hände der Amateurfilmer.

Die Konkurrenz wacht auf

Zwischen 1976 und 1986 sah sich Polaroid neuer Konkurrenz  entgegen.  Kodak witterte ein gutes Geschäft in den Polaroid Kameras und entwickelte selbst eigene Kameras. Allerdings setzte Kodak -mit der Instant Color Picture Process -von Anfang an auf das Monoblatt-System. Im Jahr 1982 setzte Kodak seine Polaroid Kamera Reihe, mit dem  Kodamatic Instant Colour Film weiter. Durch weitere Innovationen wie zum Beispiel den Trimprint, mit dem die Bedruckung eines dünneren Fotopapiers möglich war, festigte Kodak seine Position am Markt. Allerdings wurde nicht mit den starken Patenten von Polaorid gerechnet und schlussendlich verlor Kodak 1990, einen langwierigen Patentstreit mit Polaroid. Damit bewies der Spruch „Wer zuerst mahlt…“ wiedereinmal seine Berechtigung. Dr. Land bot Kodak 1947 die Rechte an seiner Erfindung an. Allerdings sah Kodak den Sinn an einer Sofortbildkamera nicht und lehnt ab. Das Ende vom Lied war, das Kodakt ca. 909Millionen Euro an Schadensersatzforderungen zahlen musste und somit, eine der höchsten Summen, die jemals in einem Patentstreit gezahlt worden sind.
Allerdings war das nur der Startschuss zu einer begrenzten Erfolgsgeschichte. Polaroid selbst musste 2007 die Produktion der Polaroid Kameras einstellen. Darauf folgte 2008 das Aufgeben der der Filme für Sofortbildkameras.

Fuji mischt bei Sofortbildkameras mit

Ein Firma fehlt natürlich noch bei diesem Millionengeschäft:Fuji. Glücklicherweise hatte Fuji 1979 einen Deal mit Kodac eingefädelt. Aus diesem Durfte Fuji 1981, eine Kamera entwickeln die der Kodak PR-10 sehr ähnlich war. 1986 entschied sich Fuji auch für das Trennblattsystem und führte es 1992 auch in Europa ein.
Obwohl Fuji die Schutzrechte von Polaroid verletzte, einigte man sich darauf, dass die Sofortbildkameras weiter verkauft werden dürfen, wenn Fuji die Produkte günstig an Polaroid verkauft. Viele Experten bestätigten, dass Fuji die bis dato qualitativ beste Sofortbildkamera verkaufte. Das bedeutete, dass unter dem Namen der Polaroid, eine von Fuji produzierte Kamera verkauft wird.

Aktuellste Entwicklung der Sofortbildkamera

Nachdem Einstellen der Sofortbildkamera Linie von Polaroid, waren viele Polaroid Kamera enttäuscht. Aber die Sofortbildkameras sind wieder im Kommen. Dr. Florian Kaps und seine Kollegen gründeten in Holland ein Unternehmen. Der Name „impossible Project“ kam zustande, als Polaroid die Neuerschaffung der Polaroid Kameras für unmöglich hielt. Dr. Kaps investierte viel Geld in die Produktion seiner Sofortbildkameras (z.b 180000€ in eine Filmbegießmaschine). Darüberhinaus mietete er ein ein Fabrikationsgebäude für zehn Jahre. Als 2010 die Produktion begann wurde das Team mit unvorhergesehenen Problemen konfrontiert z.B den Gelbstich auf vielen Fotos. Durch weitere Investitionen entwickelte die Firma nun „Impossible PX“ Filme für verschiedene Polaroid Kameras.
Bis heute werden damit Sofortbildkameras noch entwickelt, lassen wir uns von den weiteren Entwicklungen in der Geschichte dieses Produktes überraschen.

Hier gibt es alle Test & Testberichte zur Sofortbildkamera

Quelle: www.prophoto-online.de